Jury nimmt Landkreis Cloppenburg für Zertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune“ in den Blick
Landkreis Cloppenburg. Viele Radwege mit 2,50 Metern Breite, ein völlig neu aufgestelltes Knotenpunktsystem und weitere Angebote rund um das Fahrrad bietet der Landkreis Cloppenburg. Um diese Vorteile auch nach außen besser präsentieren zu können, hat sich der Landkreis Cloppenburg beim Land Niedersachsen um die Zertifizierung „Fahrradfreundliche Kommune“ beworben. Daraufhin hatte die Kreisverwaltung nun Besuch von Jurymitgliedern des Landes Niedersachsen.
Die Zertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ macht das Engagement und die bereits erzielten Fortschritte des Landkreises im Radverkehr öffentlich sichtbar und bestätigt die Qualität der Arbeit durch das Land Niedersachsen. Sie stärkt die Wahrnehmung des Landkreises als fahrradfreundliche Region, unterstützt die weitere Vernetzung mit anderen Kommunen und schafft zusätzliche Aufmerksamkeit für Radverkehr, nachhaltige Mobilität und Fahrradtourismus.
„Der Landkreis Cloppenburg ist beim Radverkehr gut unterwegs. Dafür haben wir in den vergangenen 20 Jahren erhebliche Summen investiert“, sagte Erster Kreisrat Ansgar Meyer zur Begrüßung der Jury. Auf die Unterstützung des Kreistages in Sachen Radverkehr könne die Verwaltung zählen. Ein Beispiel sei die vor vielen Jahren getroffene Entscheidung, Überschüsse aus der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung für die Sanierung von Radwegen einzusetzen. „Wir wollen Alltagsverkehr, Naherholung und Tourismus stärker miteinander verbinden“, erklärte Meyer.
Seit 2016 wurden rund 3,1 Millionen Euro in die Sanierung von insgesamt etwa 45,3 Kilometern des insgesamt 274 Kilometer großen Kreisstraßenradwegnetzes investiert. Zudem realisiert der Landkreis im Rahmen eines Ausbauprogramms die Verbreiterung von Radwegen. Und als schnelle und direkte Verbindung plant der Landkreis eine Radvorrangroute von Nord nach Süd quer durch den Landkreis. Dazu erläuterte Kreisstraßen-Fachmann Bastian Klänelschen aus dem Planungsamt die aktuell laufenden Planungen der Radvorrangroute zwischen Staatsforsten, Cloppenburg und dem Ecopark.
Dass die Maßnahmen an Kreisstraßen den Radverkehr attraktiv machen, zeigen auch die Verkehrszählungen, wie Klänelschen erläuterte. Auf dem Radweg entlang der K 173 zwischen Elsten und Cloppenburg stieg auf dem 3 m breit ausgebauten Radweg die durchschnittliche tägliche Nutzung in den letzten drei Jahren um ca. 40 % auf nun 543 Radfahrende pro Tag. Der Spitzenwert der Radfahrenden lag sogar bei 851 an einem Tag.
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs lag auf der Zusammenarbeit mit den 13 Städten und Gemeinden im Landkreis. Viele Kommunen haben eigene Radverkehrskonzepte auf den Weg gebracht. Das Kreisverwaltungsteam im Planungsamt arbeitet dabei eng mit den Kommunen, der Wirtschaftsförderung und dem Tourismus zusammen. Die Stadt Cloppenburg wurde letztes Jahr bereits durch das Land Niedersachsen als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ zertifiziert.
Katrin Robke, bei der Kreiswirtschaftsförderung für den Fahrradtourismus zuständig, informierte über das neue Knotenpunkt- und Radverkehrsleitsystem, das in diesem Sommer feierlich eröffnet worden ist. Vorgestellt wurden außerdem verschiedene Angebote des Fahrradtourismus. Dazu gehören „Paddel und Pedal“, „Radurlaub auf Rezept“ sowie weitere Angebote der drei Erholungsgebiete Barßel und Saterland, Thülsfelder Talsperre und Hasetal. Sie richten sich an Gäste und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen und stärken zugleich den Fahrradtourismus als Wirtschaftsfaktor für Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und weitere touristische Anbieter.
Vom Kreishaus aus ging es mit Fahrrädern auf dem verbreiterten Radweg an der K 173 Richtung Sevelten, um die Fortschritte des Radwegeausbaus auf dieser bereits umgesetzten Baumaßnahme vorzustellen.
Die Entscheidung für eine Zertifizierung liegt beim Land Niedersachsen; der Antrag ist gestellt, mit einem Ergebnis rechnet der Landkreis Cloppenburg zum Ende des Jahres und hofft nun die Jury überzeugt zu haben.

